1895 – 2002

Im Jahr 1895 gründeten Paul Otlet und Henri La Fontaine in Brüssels das “Institut International de Bibliographie” (IIB). Mit einem zentralen Zettelkatalog sollte das gesamte Schrifttum der Menschheit “bibliographiert” werden.

Im Laufe des folgenden Jahrhunderts verlagerte sich die wissenschaftliche Publikationstätigkeit immer mehr von der Monographie hin zum Medium “Zeitschrift”. Aus der Bibliographie entwickelte sich die Dokumentation. In der Folge traten neben die Printmedien audiovisuelle Medien und schließlich die digitalen Medien. Damit erweiterte sich die Dokumentation zur Information.

Als Reaktion darauf wurde das “Institut International de Bibliographie” (IIB) zuerst (1931) in “Institut International de Documentation” (IID), dann (1937) in “Fédération Internationale de Documentation” (FID) und schließlich (1986) in “Fédération Internationale d’Information et de Documentation / International Federation for Information and Documentation” (FID) umbenannt. 2002 wurde die FID aufgelöst. (Quelle: Michael Buckland’s History of FID)

1951

Im Jahr 1951 wurde die “Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Bibliographie” (ÖGDB) gegründet, um den österreichischen Dokumentaren eine Stimme, auch in der FID zu geben. 1972 wurde die “Bibliographie” durch “Information” ersetzt. Seither besteht sie unter dem Namen “Österreichische Gesellschaft für Dokumentation und Information” (ÖGDI).

Das aufgezeichnete Wissen der Menschheit ist heute unüberschaubarer denn je. Es wird nicht mehr von einer zentralen Institution nach einer universellen Klassifikation organisiert, sondern hat sich vielmehr “selbst” als Netzwerk (Internet) organisiert. Der Zugang zu diesem Netzwerk stellt eine Herausforderung an die digitale Kompetenz dar, der Zugang zum Wissen jedoch eine Herausforderung an die Informationskompetenz jedes einzelnen und an die Institutionen der InformationsInfrastruktur.

2017

IKIS bzw. IICIIS verfolgt eine ähnliche Vision wie die FID, aber mit einem neuen Ansatz: Anstatt das Wissen der Welt zentral zu dokumentieren, fördern wir eine moderne Informationsinfrastruktur, die Wissen in qualitativ hochwertigen Informationsprodukten bereitstellt, sowie individuelle Informations­kompetenz, damit die Informationsinfrastruktur und ihre Produkte und Dienstleistungen effizient genutzt werden können. So gesehen steht IKIS/IICIIS in der Tradition von FID und ÖGDI.