IICIIS – Was ist das für ein Name?

Nachdem IKIS (Gesellschaft für Informationskompetenz und Informationsinfrastruktur) erfolgreich als Verein nach österreichischem Recht aus der Taufe gehoben war, stand die Gründung eines Instituts für die operativen Aufgaben an. Um der thematischen Breite, der übernationalen Bedeutung und der Herkunft seines zweiten Gründers, Stephen Patriarca, Rechnung zu tragen, sollte es einen englischen Namen erhalten – Institute for Information Competence and Information Infrastructure – IICIIS. Dabei waren wir mit der Frage konfrontiert, ob wir ‘Informationskompetenz’ mit ‘Information Competence’ oder doch besser mit dem im Englischen eher gebräuchlichen ‘Information Literacy’ übersetzen sollen. Im Gesprochenen hat ‘IICIIS’ mit Bezug auf die Muttergesellschaft ‘IKIS’ sicher einen höheren Wiedererkennungswert als ‘IILIIS’. Dennoch sollte es sprachlich korrekt sein.

Aus folgenden Überlegungen haben wir uns schließlich zu der ungewöhnlicheren Variante mit ‘information competence’ entschlossen.

Wenn man ‘information competence’ und ‘information literacy’ als Synonyma betrachtet, so dominiert ‘information literacy’ (mit ca. 4 Millionen Google-Treffern) über ‘information competence’ (mit ca. 32.600 Google-Treffern) bzw. ‘information competency’ (mit ca. 36.400 Google-Treffern).

Wenn man ‘information competence’ und ‘information literacy’ jedoch nicht als Synonyma verwendet, eröffnet sich ein feiner kultureller Unterschied, der zudem unterschiedliche Ansätze – prozessorientiert oder ergebnisorientiert – widerspiegelt.

Deutsch: Informationskompetenz

Im Deutschen (wie auch in anderen Sprachen) macht die Vermittlung oder der Erwerb von Informationskompetenz den Lernenden ‘informationskompetent’. Kompetenz kann als Lehr- und Lernziel definiert und als Learning Outcome standardisiert, gemessen und verglichen werden. Damit fügt sich das Konzept nahtlos in den Bologna-Prozess ein. Im deutschen Begriff ‘Informationskompetenz’ wird der Prozess der Kompetenzvermittlung, also die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten durch einen Lehrer von Haus aus viel stärker mitgedacht. Einen eigenen Begriff für ‘information literacy’ haben wir nicht.

Englisch: Information Literacy

Mit dem englischen ‘Information Literacy’ bezeichnet man das Wissen und die Fertigkeiten, die den Lernenden ‘information literate’ machen (ergebnisorientierter Ansatz). Anstatt dem Vermittlungsprozess (Konzept der Teaching Library) steht das Lernergebnis selbstbestimmten Lernens (Konzept der Learning Library) im Vordergrund.

Nur wenn man tatsächlich Informationskompetenz als Ziel des Schulungsprozesses im Sinn hat, verwendet man im Englischen ebenfalls ‘information competence’.

Manche mögen das als Haarspalterei abtun.

Der Name ist Programm.

Unser Institutsname ist zugleich unser Programm: IICIIS hat sich der Förderung und Vermittlung von Informationskompetenz unter Einbeziehung der nationalen Informationsinfrastruktur (nicht nur der Bibliotheken) verschrieben.

IKIS bildet die dazupassende Plattform als Verein von Personen und Institutionen, die sich am Meinungsaustausch, an der Strategiebildung und Zielbestimmung beteiligen und die eigene Informationskompetenz weiterbilden wollen.